Auf gutem Grund

Ich bin Christ.

Mein Vertrauen in Gott ist die Basis, auf der ich stehe. Seine Hand auf meiner Schulter gibt mir Gewissheit. Die Liebe Gottes ist der feste Grund, auf dem ich handeln kann.

Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz schrieb einst, dass wir “in der besten aller möglichen Welten leben” und doch (auch er war sich dessen bewusst): Nicht jeder Tag ist ein schöner Tag. Nicht alles, was uns begegnet ist gut. Nicht alle Entscheidungen, die wir treffen müssen, fallen uns leicht. – Doch mit Gottvertrauen und dem Wissen, dass wir weder Krönung der Schöpfung, noch allwissend, noch perfekt sein müssen fällt es leichter diese Entscheidungen zu treffen, dem allem zu begegnen und auch unschöne Zeiten zu durchschreiten.

Für meinen Teil versuche ich, mein Leben so zu führen, dass Gott häufiger lächelt und seltener die Stirn runzelt, wenn er sieht, was ich tue. Ich mache das nicht, weil ich mir den Himmel verdienen wollte (das kann ich nicht) oder weil ich den Wunsch hätte, dass alle Menschen mich mögen sollen (den habe ich nicht), sondern allein deshalb, weil ich auf der Basis der Liebe Gottes stehen möchte. In hundert Jahren wird sich kaum noch jemand an mich erinnern und doch ist es dadurch nur umso wichtiger jetzt und hier engagiert für die Menschen, leidenschaftlich für das Gute, voller Energie für die Zukunft einzustehen und im Zweifel bereit zu sein, den Unterschied zu machen.

Unsere Zeit ist knapp bemessen. Achten wir darauf, dass wir sie möglichst richtig einsetzen.

Es ist eine ganz besondere Freude für mich, dass ich in verschiedenen Gemeinden (auch anderer Konfessionen) von Christus reden (predigen) darf und davon, dass Christsein etwas ist, was das Leben bereichert und dafür sorgt, dass Leben gelingt. Gott gebe, dass ich ihm niemals im Wege stehe, wenn er einem anderen Menschen begegnen oder ihm seine Nähe zeigen will.

 

Am Abend unseres Lebens wird es die Liebe sein, nach der wir beurteilt werden,

die Liebe, die wir allmählich in uns haben wachsen und sich entfalten lassen,

in Barmherzigkeit für jeden Menschen.

Frère Roger, Taizè

Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt.

Martin Luther

Dietrich Bonhoeffer

Es gibt eine Zeit des Zulassens, Wartens, Vorbereitens Gottes
und es gibt eine letzte Zeit, die das Vorletzte richtet und abbricht.
Luther mußte durch das Kloster, Paulus mußte durch die
Gesetzesfrömmigkeit, ja der Schächer »mußte« durch Schuld
ans Kreuz, um das letzte Wort zu hören. Es mußte ein Weg gegangen
sein, es mußte die ganze Länge des Weges der vorletzten
Dinge durchschritten sein, es mußte ein jeder unter der Last dieser
Dinge auf die Knie sinken – und doch war dann das letzte
Wort nicht die Krönung, sondern der vollständige Abbruch des
Vorletzten. Angesichts des letzten Wortes stand Luther und
Paulus nicht anders da als der Schächer am Kreuz. Es muß also
ein Weg beschritten werden, obwohl es doch keinen Weg zu
diesem Ziel gibt, und dieser Weg muß bis zu Ende gegangen
werden, das heißt bis dorthin, wo Gott ihm sein Ende setzt. Das
Vorletzte bleibt also bestehen, obwohl es durch das Letzte gänzlich
aufgehoben und außer Kraft gesetzt wird.

Quelle:
Ethik
, DBW Band 6, Seite 141f

Andachten im Marktspiegel:

“Was glaubt der eigentlich, dass er ist?” 25.03.2016

“Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.”  24.02.2017